Luther sah, dass die „Juden“ Gott abgelehnt hatten, dass aber die „Heiden“ dem christlichen Glauben gefolgt waren. Für ihn war damit die unter den Heiden entstandende christliche Glaubensgemeinschaft die Kirche des neuen Bundes, ein „geistliches Israel“, auf das die Verheißungen Gottes übergegangen seien. Wenig ahnte er aus Mangel an historischer Evidenz über die Zeit der Völkerwanderung, dass diese „gläubigen Heiden“ tatsächlich die Stämme Israels waren, die jedermann verloren glaubte. Luthers Übersetzung der Bibel ist geprägt von einer „Theologie der verlorenen Stämme Israels“. Luthers Theologie ist grundlegend für die gesamte protestantische Theologie. Dort, wo Luther im Neuen Testament das Wort „Heiden“ gebraucht, stellt in vielen Fällen das Wort „Stämme“ die sachlich besser geeignete Übersetzung dar.

Die Seite Neues Testament zeigt eine Reihe von Beispielen dafür, dass das Neue Testament keine „Theologie der verlorenen Stämme“ rechtfertigt.

Auf der Seite Gesetz Moses werden Hilfen zum Umgang mit alttestamentlichen Forderungen Gottes gegeben, die für Christen gemeint sind, die wissen, dass sie Gottes Volk Israel angehören.