In der westlichen Welt hat sich eine neue Denkvorschrift breit gemacht: Dass alle Menschen gleich seien. Es darf kein Unterschied mehr sein zwischen Mann und Frau, zwischen Kind und Eltern, zwischen Völkern, zwischen Religionen, zwischen gut und böse. Alles muss gleich sein. Die Bibel allerdings besteht vehement auf großen Unterschieden. Sie rühren vom Sündenfall her. So vergleicht Jesus die Menschen, die in den Himmel kommen mit Weizen, der aufs Feld gesät wurde; den Samen, den der Teufel sät, vergleicht er hingegen mit Unkraut. Gott lässt nun beides miteinander wachsen, siehe Matth. 13:24-30[24] Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. [25] Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. [26] Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. [27] Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? [28] Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, dass wir hingehen und es ausjäten? [29] Er sprach: Nein! auf dass ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausjätet. [30] Lasset beides miteinander wachsen bis zu der Ernte; und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut und bindet es in Bündlein, dass man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuer.. An anderer Stelle werden die zwei Gruppen Spreu und Weizen genannt, siehe Luk. 3:17 In seiner Hand ist die Wurfschaufel, und er wird seine Tenne fegen und wird den Weizen in seine Scheuer sammeln, und die Spreu wird er mit ewigem Feuer verbrennen.. Der größtmögliche Unterschied steckt in den Titulierungen „Gott“ und „Teufel“: Als Kinder Gottes oder als Götter werden die Menschen bezeichnet, an die das Wort Gottes gerichtet ist (Ps. 82:6-7[6] Ich habe wohl gesagt: „Ihr seid Götter und allzumal Kinder des Höchsten“; [7] aber ihr werdet sterben wie Menschen und wie ein Tyrann zugrunde gehen., Joh. 10:34-35[34] Jesus antwortete ihnen: Steht nicht geschrieben in eurem Gesetz: „Ich habe gesagt: Ihr seid Götter“? [35] So er die Götter nennt, zu welchen das Wort geschah – und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden ...), als Kinder des Teufels oder als Teufel werden diejenigen bezeichnet, die Jesus widerstehen, ihn verraten u. a. (Joh. 8:44Ihr stammt eben vom Teufel als eurem Vater und wollt nach den Gelüsten eures Vaters handeln. Der ist ein Menschenmörder von Anfang an gewesen und steht nicht in der Wahrheit, weil die Wahrheit nicht in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, dann redet er aus seinem eigensten Wesen heraus, denn er ist ein Lügner und der Vater von ihr (d.h. von der Lüge). [Menge-Übersetzung], Joh. 6:70Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch zwölf erwählt? und – euer einer ist ein Teufel!, Apg. 13:6-10[6] Und da sie die Insel durchzogen bis zu der Stadt Paphos, fanden sie einen Zauberer und falschen Propheten, einen Juden, der hieß Bar-Jesus; ... [9] Saulus aber, der auch Paulus heißt, voll heiligen Geistes, sah ihn an [10] und sprach: O du Kind des Teufels, voll aller List und aller Schalkheit, und Feind aller Gerechtigkeit, du hörst nicht auf, abzuwenden die rechten Wege des Herrn;.)***Interessanterweise beziehen sich alle drei Bibelstellen auf Juden.. So wie diese rigorose Unterschiedlichkeit zwischen Menschen ist auch die Ewigkeit organisiert: Es gibt nur die ewige Herrlichkeit im Himmel oder die ewige Verdammnis in der Hölle; es gibt keinen Ort, der dazwischen liegt.

Die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen – der, die in den Himmel kommt und der, die in die Hölle kommt – fallen möglicherweise kaum auf (Luk. 17:35-36[35] Zwei werden mahlen miteinander; eine wird angenommen, die andere wird verlassen werden. 36] Zwei werden auf dem Felde sein; einer wird angenommen, der andere wird verlassen werden.), sind mitunter nur Regungen des Herzens (Apg. 5:4-5[3] Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, dass du dem heiligen Geist lögest und entwendetest etwas vom Gelde des Ackers? [4] Hättest du ihn doch wohl mögen behalten, da du ihn hattest; und da er verkauft war, war es auch in deiner Gewalt. Warum hast du denn solches in deinem Herzen vorgenommen? Du hast nicht Menschen, sondern Gott gelogen., Apg. 8:22Darum tue Buße für diese deine Bosheit und bitte Gott, ob dir vergeben werden möchte die Tücke deines Herzens.). Der Unterschied mag darauf reduziert sein, dass der eine Mensch zu glauben vermag, ein anderer trotz guten Willens nicht. Die ewigen Konsequenzen solch eines kleinen Unterschieds sind unaussprechlich gewaltig und machen nur Sinn, wenn der Unterschied, der hinter dem Vermögen oder Unvermögen zu glauben steht, ebenfalls unaussprechlich gewaltig ist. Fühlbar oder sichtbar oder gar offenkundig ist dieser Unterschied für uns Menschen meist nicht. Weil die wahren Gegebenheiten im Inneren eines Menschen sich unserer Einsicht entziehen, macht es Sinn, dass wir nicht urteilen sollen (Matth. 7:1Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet.). Und weil die verborgenen Unterschiede zwischen Menschen so groß sind, macht es Sinn, dass Wohltaten die vor Gott zählen, immer Wohltaten an den Kindern des Lichts sind und niemals Wohltaten am Samen der Schlange (Matth. 25:40Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich ich sage euch: Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.).

Der Weizen war zuerst da. Der Teufel säte das Unkraut, um dem Weizen zu schaden. Der Same der Schlange stellt also einen Angriff auf die Kinder Gottes dar. Die Bibel ist das Wort Gottes, das sich an die Kinder Gottes richtet. In der Bibel werden neben dem Volk Gottes andere Menschengruppen (Ethnien) erwähnt, insbesondere solche, die eine prophezeite Rolle im Leben oder Umfeld des Volkes Gottes spielen. Dazu zählen die Nachfahren Kains und die Nachfahren Esaus:

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