Das Haus Juda und das Haus Israel

Gott hatte Abraham berufen und ins Land Kanaan geführt. Abrahams Enkel Jakob wird Israel genannt (1. Mose 32:28Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und bist obgelegen.) und nach ihm seine Nachkommen. Er und seine Familie und seine zwölf Söhne mit ihren Familien übersiedelten nach Ägypten und wurden dort mit der Zeit versklavt. Gott beauftragte Mose, das Volk Israel aus Ägypten zu führen und bezeichnete sich Mose gegenüber im brennenden Dornbusch als Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs (2. Mose 3:6Und sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.). Die 12 Stämme Israels begannen wahrscheinlich etwa um das Jahr 1350 v. Chr. herum ihre 40 Jahre dauernde Reise aus Ägypten durch die Wüste in das Land, das Gott ihnen versprochen hatte.

Unter der Regierung König Davids (1012 - 972 v. Chr.), einem Vertreter des Stammes Juda, war Israel ein geeintes Königreich. Sein Sohn, König Salomo (972 - 932 v. Chr.), versündigte sich mit Abgöttereien der Völker um ihn her, sodass Gott dem Sohn Salomos, Rehabeam, den Großteil des Königreichs nahm (1. Kön. 11:11-13[11] Darum sprach der HErr zu Salomo: Weil solches bei dir geschehen ist und hast meinen Bund und meine Gebote nicht gehalten, die ich dir geboten habe, so will ich auch das Königreich von dir reißen und deinem Knecht geben. [12] Doch bei deiner Zeit will ich's nicht tun um deines Vaters David willen; sondern von der Hand deines Sohnes will ich's reißen. [13] Doch ich will nicht das ganze Reich abreißen; einen Stamm will ich deinem Sohn geben um Davids willen, meines Knechtes, und um Jerusalems willen, das ich erwählt habe.) und ihn Jerobeam gab (1. Kön. 11:30-31[30] Und Ahia fasste den neuen Mantel, den er anhatte, und riss ihn in zwölf Stücke [31] und sprach zu Jerobeam: Nimm zehn Stücke zu dir! Denn so spricht der HErr, der Gott Israels: Siehe, ich will das Königreich von der Hand Salomos reißen und dir zehn Stämme geben –). Jerobeam war aus dem Stamm Ephraim (1. Kön. 11:26Dazu Jerobeam, der Sohn Nebats, ein Ephraimiter von Zereda, Salomos Knecht (und seine Mutter hieß Zeruga, eine Witwe), der hob auch die Hand auf wider den König.). Rehabeams Mutter war Ammonitin (2. Chronik 12:13-14[13] Also ward Rehabeam, der König, bekräftigt in Jerusalem und regierte; einundvierzig Jahre alt war Rehabeam, da er König ward, und regierte siebzehn Jahre zu Jerusalem in der Stadt, die der HErr erwählt hatte aus allen Stämmen Israels, dass er seinen Namen dahin stellte. Seine Mutter hieß Naema, eine Ammonitin. [14] Und er handelte übel und schickte sein Herz nicht, dass er den HErrn suchte.). Gott ließ dem Rehabeam nur zwei Stämme, Juda und Benjamin, genannt das Haus Juda. Die Leviten gesellten sich bald als dritter Stamm zu ihnen (2. Chronik 11:13-14[13] Auch machten sich zu ihm die Priester und Leviten aus ganz Israel und allem Gebiet; [14] denn die Leviten verließen ihre Vorstädte und Habe und kamen zu Juda gen Jerusalem. Denn Jerobeam und seine Söhne verstießen sie, dass sie vor dem HErrn nicht des Priesteramtes pflegen konnten.), vereinzelt Abkömmlinge anderer Stämme ebenfalls (2. Chronik 15:9und versammelte das ganze Juda und Benjamin und die Fremdlinge bei ihnen aus Ephraim, Manasse und Simeon. Denn es fielen zu ihm aus Israel die Menge, als sie sahen, dass der HErr, sein Gott, mit ihm war., Lukas 2:36Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Geschlecht Asser; die war wohl betagt und hatte gelebt sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft). Das Haus Juda lebte in und um Jerusalem. Die zehn abgetrennten StämmeEs waren ohne die drei Stämme Juda, Benjamin und Levi tatsächlich noch 10 Stämme, weil von den 12 Söhnen Jakobs der Joseph zweifach zählte: durch seine beiden Söhne Ephraim und Manasse (Jos. 14:4: „Denn die Kinder Josephs wurden zwei Stämme, Manasse und Ephraim; den Leviten aber gaben sie kein Teil im Lande, sondern Städte, darin zu wohnen, und Vorstädte für ihr Vieh und ihre Habe.“) wurden das Haus Israel genannt. Rehabeam wollte mit Gewalt das Königreich wieder vereinen, aber Gott ließ durch einen Propheten ausrichten, dass die Aufteilung der Stämme sein Wille gewesen war (1. Kön. 12:21-24[21] Und da Rehabeam gen Jerusalem kam, sammelte er das ganze Haus Juda und den Stamm Benjamin, 180 000 junge, streitbare Mannschaft, wider das Haus Israel zu streiten und das Königreich wieder an Rehabeam, den Sohn Salomos, zu bringen. [22] Es kam aber Gottes Wort zu Semaja, dem Mann Gottes, und sprach: [23] Sage Rehabeam, dem Sohn Salomos, dem König Judas, und zum ganzen Hause Juda und Benjamin und dem andern Volk und sprich: [24] So spricht der HErr: Ihr sollt nicht hinaufziehen und streiten wider eure Brüder, die Kinder Israel; jedermann gehe wieder heim; denn solches ist von mir geschehen. Und sie gehorchten dem Wort des HErrn und kehrten um, dass sie hingingen, wie der HErr gesagt hatte.). Das Haus Juda und das Haus Israel gingen seit dieser Trennung verschiedene Wege.

Das Haus Israel wurde zwischen 733 und 722 v. Chr. komplett nach Assyrien deportiert: Zunächst wurden die Stämme Ruben und Gad, das halbe Manasse (1. Chronik 5:26erweckte der Gott Israels den Geist Phuls, des Königs von Assyrien, und den Geist Thilgath-Pilnesers, des Königs von Assyrien; der führte weg die Rubeniter, Gaditer und den halben Stamm Manasse und brachte sie gen Halah und an den Habor und gen Hara und ans Wasser Gosan bis auf diesen Tag.) und der Stamm Naphtali exiliert (2. Kön. 15:29Zu den Zeiten Pekahs, des Königs Israels, kam Thiglath-Pileser, der König von Assyrien, und nahm Ijon, Abel-Beth-Maacha, Janoah, Kedes, Hazor, Gilead und Galiläa, das ganze Land Naphthali, und führte sie weg nach Assyrien.), dann folgten die übrigen Gebiete (2. Kön. 18:9-12[9] Im vierten Jahr Hiskias, des Königs in Juda (das war das siebente Jahr Hoseas, des Sohnes Elas, des Königs über Israel), da zog Salmanasser, der König von Assyrien, herauf wider Samaria und belagerte es [10] und gewann es nach drei Jahren; im sechsten Jahr Hiskias, das ist im neunten Jahr Hoseas, des Königs Israels, da ward Samaria gewonnen. [11] Und der König von Assyrien führte Israel weg gen Assyrien und setzte sie nach Halah und an den Habor, an das Wasser Gosan und in die Städte der Meder, [12] darum dass sie nicht gehorcht hatten der Stimme des HErrn, ihres Gottes, und übertreten hatten seinen Bund und alles, was Mose, der Knecht des HErrn, geboten hatte; deren hatten sie keines gehört noch getan.). Das Haus Israel kehrte von Assyrien nie an seinen Ursprungsort zurück. Aber entgegen weitverbreiteter Meinung wurde auch die große Mehrheit des Hauses Juda nach Assyrien deportiert, ohne je von dort wiederzukehren, siehe die Seite Haus Juda. Nur eine vergleichsweise geringe Zahl des Hauses Juda, nämlich die Einwohner Jerusalems und ihr frommer König Hiskia, wurden vor den Assyrern bewahrt. Nur dieser Bruchteil des Hauses Juda wurde ab dem Jahr 605 v. Chr. und endgültig im Jahre 537 v. Chr. in babylonische Gefangenschaft geführt (2. Chronik 36:17-21[17] Denn er führte über sie den König der Chaldäer und ließ erwürgen ihre junge Mannschaft mit dem Schwert im Hause ihres Heiligtums und verschonte weder die Jünglinge noch die Jungfrauen, weder die Alten noch die Großväter; alle gab er sie in seine Hand. [18] Und alle Gefäße im Hause Gottes, groß und klein, die Schätze im Hause des HErrn und die Schätze des Königs und seiner Fürsten, alles ließ er gen Babel führen. [19] Und sie verbrannten das Haus Gottes und brachen ab die Mauer zu Jerusalem, und alle ihre Paläste brannten sie mit Feuer aus, dass alle ihre köstlichen Geräte verderbt wurden. [20] Und er führte weg gen Babel, wer vom Schwert übriggeblieben war, und sie wurden seine und seiner Söhne Knechte, bis das Königreich der Perser aufkam, [21] dass erfüllt würde das Wort des HErrn durch den Mund Jeremias, bis das Land an seinen Sabbaten genug hätte. Denn die ganze Zeit über, da es wüst lag, hatte es Sabbat, bis dass siebzig Jahre voll wurden.). Nach 70 Jahren durften die babylonischen Gefangenen nach Jerusalem zurückkehren. Die Rückkehrer wurden von dieser Zeit an Juden genannt, vgl. F. Josephus: Antiquitates Judaicae (Bd. XI, Kap. 5:7)So the Jews prepared for the work: that is the name they are called by from the day that they came up from Babylon, which is taken from the tribe of Judah, which came first to these places, and thence both they and the country gained that appellation.. Sie waren ein Mischvolk aus Vertretern der Stämme Juda, Benjamin und Levi und sehr vielen Konvertiten aus anderen Ethnien. Dieser kleine Rest des Hauses Juda wurde kurz nach der Kreuzigung Jesu Christi im Jahr 70 n. Chr. unter alle Völker zerstreut.

Die 10 Stämme Israels in Europa

Der Geschichtsschreiber Josephus lokalisiert in seinem Werk Antiquitates Judaicae aus dem Jahr 93 oder 94 n. Chr., mehr als 800 Jahre nach der Verschleppung des Hauses Israel nach Assyrien, den Aufenthaltsort der 10 Stämme noch immer im Gebiet jenseits des Euphrat, die Juden jedoch verstreut innerhalb des römischen Reiches in Europa und Asien: F. Josephus: Antiquitates Judaicae (Bd. XI, Kap. 5:2)And when these Jews had understood what piety the king had towards God, and what kindness he had for Esdras, they were all greatly pleased; nay, many of them took their effects with them, and came to Babylon, as very desirous of going down to Jerusalem; but then the entire body of the people of Israel remained in that country; wherefore there are but two tribes in Asia and Europe subject to the Romans, while the ten tribes are beyond Euphrates till now, and are an immense multitude, and not to be estimated by numbers.. Diese Sicht von Josephus entspricht der verbreiteten Ansicht der Antike bis ins 19. Jahrhundert hinein und ist einer These geschuldet, die Herodot im 5. Jahrhundert vor Christus formuliert hat, ohne relevante Quellen gekannt zu haben. Demnach waren die Israeliten aus der Kaukasusregion vertrieben, zerstreut und assimiliert. Luther berief sich auf den Stand der Wissenschaft seiner Tage, wenn er davon ausging, dass die 10 Stämme Israels verloren gegangen waren.

Mitte des 19. Jahrhundert tauchten in der archäologischen Forschung zahlreiche neue Dokumente auf, die die Ansichten über die Völkerwanderungen auf eine weit bessere Datenbasis stellten. Briefe aus dem Umfeld des assyrischen Königs Sargon II., der von 721 bis 705 v. Chr. regierte, weisen nach, dass er über Regimente von Deportierten verfügte, die für ihn tätig wurden und in Gamir, südöstlich des Sees Urmia, im Gebiet südlich des Kaukasus, ihre neue Heimat hatten. Die Einwohner von Gamir nannte man Gimiri, die Griechen nannten sie Κιμμέριοι (= Kimmerioi), lateinisch cimmerii, heute auf deutsch: Kimmerer. Die kimmerischen Batallione unterstützten Sargon im Krieg gegen König Rusa I., König von Urartu, im Jahre 715/714 v. Chr. Zur Zeit des assyrischen Königs Asarhaddon (680-669) traten die Krieger der Kimmerer zusammen mit denen der Mannäer und Meder in Erscheinung (KristensenKristensen, A.K.G.: Who were the Cimmerians, and where did they come from? Kopenhagen: Det Kongelige Danske Videnskabernes Selskab, 1988., S. 100). Die Griechen nannten die Mannäer (besser: die Iskuzäer) und die Kimmerer „Skythen“, siehe Klauber 1913„Die Gimiräer erscheinen in den Anfragen nie allein aufgezählt, sondern immer nur zusammen mit den andern nördlichen, resp. nordöstlichen Völkern, Mannäern, Sapardäern, Medern.“ (Einleitung, Seite LVIII)

„Dhorme, Conférence de Saint Étienne (Paris 1911), 91, meint, dass Skythen, Mannäer, Meder, d. h. die ganze arische Gruppe an der assyro-medischen Grenze, sich dem Befehle Kastarits unterworfen hätten.“ (Einleitung, Seite LVIII, Fußnote 4)

„Weniger ausführlich sind die Nachrichten über die Iskuzai. Sie treten im Gebiete von Man auf, unternehmen Streifzüge an die assyrische Grenze.“ (Einleitung, Seite LIX)

(Aus: Ernst Georg Klauber [Hrsg.]: Politisch-religiöse Texte aus der Sargonidenzeit. Leipzig: Verlag von Eduard Pfeiffer, 1913.)
. Es entsteht der Eindruck, dass nicht nur Kimmerer und Skythen, sondern auch Sapardäer und Mannäer, ja selbst die „Meder“, zur selben Volksgruppe gehören. Zu den „Medern“ vgl. 2. Könige 17:6 Und im neunten Jahr Hoseas gewann der König von Assyrien Samaria und führte Israel weg nach Assyrien und setzte sie nach Halah und an den Habor, an das Wasser Gosan und in die Städte der Meder. und 2. Kön. 18:11Und der König von Assyrien führte Israel weg gen Assyrien und setzte sie nach Halah und an den Habor, an das Wasser Gosan und in die Städte der Meder. Die Kimmerer machten sich in dieser Zeit schon von assyrischer Aufsicht frei und strebten eigenständig Richtung Westen, nach Lydien und möglicherweise bis zu den griechischen Inseln – und auch nach Norden über den Kaukasus. In der Stoßrichtung nördlich über den Kaukasus scheinen sie vereint mit den „Skythen“. Der Begriff „Skythen“ wurde zu verschiedenen Zeiten (Griechen, Römer) mit wechselnder Bedeutung benutzt. Die erste Nennung der Kimmerer in der Geschichtsschreibung ist 715-714 v. Chr. im Herrschaftsgebiet der Assyrer. Alle Bedingungen im Umfeld ihres Auftauchens sprechen dafür, dass es sich bei den Kimmerern um die Israeliten handelt, die im Jahr 722 v. Chr. nach Assyrien deportiert wurden (KristensenKristensen, A.K.G.: Who were the Cimmerians, and where did they come from? Kopenhagen: Det Kongelige Danske Videnskabernes Selskab, 1988., S. 126/127).

Die Assyrer nannten die 10 Stämme Israels Bit-Khumri (auch Khumri, Ghimri). Das ist eine direkte Übertragung des Namens Beth-Omri (= Haus Omri, nach einem König der 10 Stämme Israels, Omri, in Samaria) in assyrische Buchstaben. Nördlich von Euphrat und Tigris trat etwa zur selben Zeit wie die Verschleppung des Hauses Israel nicht nur, wie oben beschrieben, das Volk der Kimmerer auf, sondern auch das Volk der Skythen. Man mag sich wundern, ob das auch Israeliten waren, vielleicht aus einer früheren Deportationswelle aus der Zeit zwischen 733 und 722 v. Chr. Der griechische Geschichtsschreiber Herodotus (484 - 425 v. Chr.) berichtet, dass die Perser die Skythen als Saken, lateinisch sacae, also als „Isaak-Söhne“ bezeichneten, und so als Israeliten identifizierten. Im 19. Jahrhundert n. Chr. wurde in Behistun im heutigen Iran eine in Stein gemeißelte Inschrift des König Darius entschlüsselt. In der Inschrift werden seine Kriegserfolge in drei Sprachen widergegeben: in altpersisch, elamisch und babylonisch (akkadisch). Die Saken, wie sie in altpersisch und elamisch genannt werden, heißen dort auf babylonisch Gimiri (deutsch: Kimmerer oder Kimmerier), eine Variante des assyrischen Ghimri. Gimiri bedeutet auch „Stämme“. Es folgt daraus, dass sich alle drei Namen, Skythen, Kimmerer und Saken, auf die 10 Stämme Israels beziehen. In diesem Zusammenhang taucht in der Literatur oft ein vermeintliches Zitat des britischen Historikers und Herodot-Übersetzers George Rawlinson (1812 - 1902) auf, der maßgeblich an der Dechiffrierung der Behistun-Inschrift beteiligt war: „Wir können die Gimiri, oder auch Kimmerer, die erstmalig im 7. Jahrhundert v. Chr. an den Grenzen von Assyrien und Medien auftauchten, und die Saken der Behistun-Inschrift etwa zweihundert Jahre später, mit gutem Grund als identisch mit den Bit-Khumri aus Samarien, den 10 Stämmen des Hauses Israel, ansehen.“We have reasonable grounds for regarding the Gimiri, or Cimmerians, who first appeared on the confines of Assyria and Media in the seventh century B.C., and the Sacae of the Behistun Rock, nearly two centuries later, as identical with the Beth-Khumree of Samaria, or the Ten Tribes of the House of Israel.

(Vermeintlich aus: George Rawlinson (Übers.): History of Herodotus, Bd. VII, S. 378)
Inhaltlich ist der Satz richtig, ist aber in keiner heute verfügbaren Schrift von Rawlinson nachweisbar.

Die Skythen/Saken/Kimmerer (im Bunde mit den Sapardäern; Erklärung siehe hier) zogen zu unterschiedlichen Zeiten auf unterschiedlichen Wegen aus dem Gebiet um den Kaukasus und das Kaspische und Schwarze Meer herum Richtung Nordwesten und besiedelten als Sachsen (von Saken), Angeln, Kelten, Goten ganz Mittel- und Nordeuropa, einschließlich der britischen Inseln siehe z. B. Turner 1836As they [= the Scythians] spread over Europe, the Kimmerian and Keltic population retired towards the west and south. In the days of Caesar, the most advanced tribes of the Scythian, or Gothic race, were known to the Romans under the name of Germans. They occupied all the continent but the Cimbric peninsula, and had reached and even passed the Rhine. One of their divisions, the Belgae, had for some time established themselves in Flanders and part of France; and another body, under Ariovistus, were attempting a similar settlement near the center of Gaul, which Caesar prevented. It is most probable that the Belgae in Britain were descendants of colonists or invaders from the Belgae in Flanders and Gaul. The names Scythians and Scoloti were, like Galli and Kimmerians, not so much local as generic appellations. The different tribes of the Scythians, like those of the Kimmerians and Gauls, had their peculiar distinctive denominations. The Saxons were a German or Teutonic, that is, a Gothic or Scythian tribe; and of the various Scythian nations which have been recorded, the Sakai, or Sacae are the people from whom the descent of the Saxons may be inferred, with the least violation of probability.

(Aus: Sharon Turner: History of the Anglo-Saxons, Vol. I, S. 99-100. London: Longman, Rees, Orme, Brown, Green & Longman, 1836.)
. Der Aufenthalt und die Wanderung der Stämme hat überall reichlich Spuren hinterlassen. Zum Beispiel sind Hunderte Grabmäler der Skythen aus der Gegend zwischen Schwarzem Meer und Kaspischem Meer dokumentiert (American Journal of Archaeology 1914, Vol. XVIII). Auf der Krim findet sich in einem dieser Grabmäler (tumuli) ein Manuskript, in dem steht: „Dies ist der Grabstein von Buki, dem Sohn des Priesters Itchak; möge er Frieden in Eden finden, zur Zeit der Erlösung Israels. Im Jahr 702 der Jahre unseres Exils.“This is the tombstone of Buki, the son of Itchak the priest; may his rest be in Eden, at the time of the salvation of Israel. In the year 702 of the years of our exile. Das Grab stammt somit vermutlich aus der zweiten oder dritten Dekade vor Christi Geburt. Dass die Israeliten in der Region der heutigen Ukraine, dem fruchtbaren Gebiet nördlich des Schwarzen Meeres Station gemacht haben, scheint auch in einer apokryphen Schrift angedeutet, 4. Esra 13:40-45... das sind die zehn Stämme, die aus ihrem Lande fortgeführt sind in den Tagen König Josias, die Salmanassar, König der Assyrier, gefangen genommen hat; er brachte sie über den Fluss, so wurden sie in ein anderes Land verpflanzt. Da fassten sie selber den Plan, die Menge der Heiden zu verlassen und in ein Land, noch weiter in die Ferne zu ziehen, wo noch nie das menschliche Geschlecht gewohnt hatte, damit sie dort wenigstens ihre Satzungen bewahrten, die sie im eigenen Lande nicht gehalten. So zogen sie durch schmale Furten des Euphratflusses ein. Denn der Höchste tat Wunder an ihnen und hielt die Quellen des Flusses an, bis sie hinüber waren. Zu jenem Lande aber war der Weg anderthalb Jahre weit; das Land aber heißt Arzaret.. Das hebräische Wort „Arzareth“ ist kein heute bekannter geographischer Name, sondern bedeutet „anderes Land“. Auch die Krim war von Israel bewohnt. Die Griechen nannten die Straße von Kertsch „Kimmerischer Bosporus“. Die Region nördlich des Schwarzen Meeeres, die die Stämme Israels vom 7. bis 3. Jahrhundert v. Chr. beherbergte, hieß genau zu dieser Zeit Skythien: das Land der Skythen. Von Skythien aus wurde ganz Mittel- und Nordeuropa besiedelt. Paulus nennt die Skythen in Kol. 3:11... da nicht ist Grieche, Jude, Beschnittener, Unbeschnittener, Ungrieche, Scythe, Knecht, Freier, sondern alles und in allen Christus..

Die Römer gaben den Skythen den Namen „Germanen“ vgl. Camdon 1610And that the Germans were called Scythians, we gather not onely out of Ephorus and Strabo, who termed all the nations in the North, Scythians, but also out of Plinie. The name of Scythians (quoth he) extendeth it selfe farre and wide every way, even to the Samaritans and Germans. Aventinus also witnesseth, that Germans were by the Hungarians called Scythae and Scythulae.

(Aus: W. Camden: Britain, or A chorographicall description of the most flourishing kingdomes, England, Scotland, and Ireland, and the ilands adjoyning, ...: written first in Latine by William Camden Clarenceux K. of A. Translated newly into English by Philemon Holland Doctour in Physick: finally, revised, amended, and enlarged with sundry additions by the said author. Camden, William, 1551-1623., Holland, Philemon, 1552-1637. S. 122)
. Skythen, die aus deutschen Regionen nach England gingen, hießen Angelsachsen. Dänen und Vikinger waren Skythen, die über Jütland nach Skandinavien gelangten. Manche von ihnen übersiedelten später in die Normandie und drangen danach als Normannen in England ein.

Es gibt eine Unabhängigkeitserklärung Schottlands an England aus dem Jahre 1320 (Declaration of Arbroath), verfasst in lateinisch, gerichtet an Papst Johannes XXII als Streitschlichter, mit Siegel authentifiziert von 8 Grafen und 45 Baronen, in der die Schotten sich auf alte Dokumente berufen, denen zufolge sie direkte Nachfahren der Skythen, der 10 Stämme Israels, sind: „Allerheiligster Vater und Herr, wir wissen und finden so in den Chroniken und altüberkommenen Büchern geschrieben, dass unter anderen vorzüglichen Völkern (Volksstämmen) auch unser eigenes, das schottische, mit vielen Anerkennungen ausgezeichnet ist. Es zog vom Großreich der Skythen durch das Mittelmeer und vorbei an den Säulen des Herkules [Felsen von Gibraltar] und siedelte für lange Zeit unter äußerst wilden Stämmen in Spanien, ohne jemals irgendwo von einem Stamm, egal wie barbarisch er gewesen sein mag, unterworfen worden zu sein. Von dort kam es, zwölfhundert Jahre nachdem das Volk Israel durch das Rote Meer gezogen war, in den Westen, wo es heute lebt. Zuerst vertrieb es die Bretonen und schlug die Pikten vernichtend, dann, obwohl oftmals von Norwegern, Dänen und Engländern bedrängt, nahm es nach zahllosen Siegen und unsäglichen Anstrengungen Besitz und hielt das Land, wie altehrwürdige Historiker bezeugen, seitdem frei von Knechtschaft. In selbigem Königreich regierten einhundertdreizehn Könige ihres eigenen königlichen Geschlechts, ohne auch nur einen einzigen Ausländer dazwischen.“„Scimus, Sanctissime Pater et Domine, et ex antiquorum gestis et libris Colligimus quod inter Ceteras naciones egregias nostra scilicet Scottorum nacio multis preconijs fuerit insignita, que de Maiori Schithia per Mare tirenum et Columpnas Herculis transiens et in Hispania inter ferocissimas gentes per multa temporum curricula Residens a nullis quantumcumque barbaricis poterat allicubi gentibus subiugari. Indeque veniens post mille et ducentos annos a transitu populi israelitici per mare rubrum sibi sedes in Occidente quas nunc optinet, expulsis primo Britonibus et Pictis omnino deletis, licet per Norwagienses, Dacos et Anglicos sepius inpugnata fuerit, multis cum victorijs et Laboribus quamplurimis adquisuit, ipsaque ab omni seruitute liberas, vt Priscorum testantur Historie, semper tenuit. In quorum Regno Centum et Tredescim Reges de ipsorum Regali prosapia, nullo alienigena interueniente, Regnauerunt.“ (National Archives of Scotland: Declaration of Arbroath, 1320) Datiert man den Auszug der Israeliten aus Ägypten auf etwa 1350 v. Chr., dann erfolgte die Reise von Spanien Richtung Schottland im zweiten Jahrhundert vor Christus.

Wie auf der Seite „weiße Hebräer“ angedeutet, erwecken Kunstgegenstände und überlieferte Schriftdokumente den Anschein, dass Weiße entscheidend zum hohen kulturellen Status der antiken griechischen Welt und der des römischen Reiches beigetragen haben: Viele Vertreter der römischen Oberschicht waren keltischen und germanischen Ursprungs. Die Kelten und Germanen wiederum stammten aus dem Gebiet der Skythen nördlich des Schwarzen Meeres. Auch in der Renaissance fanden sich in Norditalien in der Oberschicht und unter Künstlern und Wissenschaftlern viele Menschen des nordischen Typs. Das bis heute anhaltende Interesse der gebildeten Schichten Europas an klassisch-griechischer (und auch römischer) Kultur und Wissenschaft ist ein Indiz für die Wesensverwandschaft der Menschen beider Kulturräume, welches nicht zu verwundern braucht, wenn doch identische Ethnien betroffen sind.

In den Zusammenhang der Spuren der Völkerwanderung passt auch folgende Notiz: Als der Tempelneubau in Jerusalem nach der Babylonischen Gefangenschaft begann (535 v. Chr.), berichtet Esra bald darauf an König Darius über den Fortgang des Projekts und offenbart etwas über die Bauweise: dass man nämlich Balken in die Wände legt (Esra 5:8Es sei kund dem König, dass wir ins jüdische Land gekommen sind zu dem Hause des großen Gottes, welches man baut mit behauenen Steinen, und Balken legt man in die Wände, und das Werk geht frisch vonstatten unter ihrer Hand.). Diese Bauweise nennt man Fachwerk. Es war eine recht kostengünstige Art zu bauen. Ob der erste Tempel, den König Salomo in einer Zeit wirtschaflicher Blüte bauen ließ, auf Fachwerktechnik zugreift, ist eher fraglich. Aber die Israeliten kannten und praktizierten offenbar diese Technik. Die meisten Fachwerkhäuser gibt es heute in Deutschland, im Elsass und in England. Sie waren aber bis ins 19. Jahrhundert hinein der beherrschende Baustil in ganz Mitteleuropa, England und Skandinavien. Außerhalb Mittel- und Nordeuropas findet man vereinzelt Fachwerkbauten in den Gebieten, durch die die Skythen und Kimmerer zur Zeit der Völkerwanderung Richtung Europa zogen, oder weltweit dort, wo heute weiße Volksgruppen leben.

Das Wort Fachwerkhaus wird im Englischen mit half-timbered house widergegeben, ist aber dem deutschen Wort nicht gleich. Denn der Ausdruck half-timber work schließt auch traditionelle chinesische und japanische Baustile ein, bei denen zwar Holz verwendet wird, aber keine Steinfüllungen. Die asiatischen Baustile sind aus diesem Grund und wegen ihrer Gesamterscheinung mit Fachwerk überhaupt nicht zu vergleichen.

Bis ans Ende der Welt

Nicht nur in Europa sind die Nachkommen Jakobs zu einer ganzen Schar von Völkern geworden (vgl. 1. Mose 28:3Aber der allmächtige Gott segne dich und mache dich fruchtbar und mehre dich, dass du werdest ein Haufe Völker): Ab dem 17. Jahrhundert n. Chr. besiedelten weiße Europäer Nordamerika, Australien, Neuseeland, Südafrika. Darüber hinaus wanderten viele Weiße nach Südamerika aus, nach Brasilien, Argentinien, viele Deutsche sogar bis ans Ende der Welt: das südliche Chile. Gottes Verheißung an die leiblichen Nachfahren Jakobs, an Israel, ist, sie vom Ende der Welt zu rufen und zu holen (Jes. 41:8-10[8] Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, den ich erwählt habe, du Samen Abrahams, meines Geliebten, [9] der ich dich gestärkt habe von der Welt Enden her und habe dich berufen von ihren Grenzen und sprach zu dir: Du sollst mein Knecht sein; denn ich erwähle dich, und verwerfe dich nicht, [10] fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit., Jes. 43:5-7[5] So fürchte dich nun nicht; denn ich bin bei dir. Ich will vom Morgen deinen Samen bringen und will dich vom Abend sammeln [6] und will sagen gegen Mitternacht: Gib her! und gegen Mittag: Wehre nicht! Bringe meine Söhne von ferneher und meine Töchter von der Welt Ende, [7] alle, die mit meinem Namen genannt sind, die ich geschaffen habe zu meiner Herrlichkeit und zubereitet und gemacht.).

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die Rückkehr Israel ins verheißene Land

Israel im Himmel