Es gibt viele Indizien, dass die Hebräer – die Nachfahren Jakobs, die Israeliten – von Anfang an weiße Haut hatten, oft blond, rothaarig, manchmal schwarzhaarig und oft blauäugig waren, ein Gemisch von Merkmalen, das nach heutiger Nomenklatur europid wirkt.

Helle Haut, rote Wangen oder Haare in biblischen Darstellungen der Hebräer

Die Ägypter waren von der Schönheit Saras angetan (1. Mose 12:14-15[14] Als nun Abram nach Ägypten kam, sahen die Ägypter das Weib, dass sie sehr schön war. [15] Und die Fürsten des Pharao sahen sie und priesen sie vor ihm. Da ward sie in des Pharao Haus gebracht.). In den Lamech-Rollen aus den Höhlen von Qumran wird Saras Schönheit kommentiert mit: „... wie lieblich all ihre weiße Erscheinung!“... how lovely all her whiteness!

Aus: Martínez, F. G. und Tigchelaar, E. J. C. [Hg.]: The Dead Sea Scrolls Study Edition. Leiden; New York; Köln: Brill, S. 41.


Rebekka wollte nicht, dass ihr Sohn Jakob, der später Israel genannt wurde, eine Kanaaniterin heiratet. Er sollte stattdessen jemanden aus der Familie Rebekkas heiraten, von den Töchtern Labans (1. Mose 28:1-2[1] Da rief Isaak seinen Sohn Jakob und segnete ihn und gebot ihm und sprach zu ihm: Nimm nicht ein Weib von den Töchtern Kanaans; [2] sondern mache dich auf und ziehe nach Mesopotamien zum Hause Bethuels, des Vaters deiner Mutter, und nimm dir ein Weib daselbst von den Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter.). Das Wort hebräische Wort לָבָן (= Laban)Strong-Verzeichnis Nr. 3836 und 3837
Strong's H3836, H3837
heißt „weiß“ oder „Weißer“.

Im Hohelied, Kap. 5:10-11[10] Mein Freund ist weiß und rot, auserkoren unter vielen Tausenden. [11] Sein Haupt ist das feinste Gold. Seine Locken sind kraus, schwarz wie ein Rabe., beschreibt Sulamith ihren Freund Salomo, den Sohn Davids, als weiß und rot, mit lockigem schwarzem Haar, „schwarz wie ein Rabe“. Das hebräische Wort shachor, das hier mit „schwarz“ übersetzt wurde, kann Farbtöne von braun bis schwarz meinen. Die Übertragung in „braun wie ein Häher“ (garrulus) ist theoretisch möglich, siehe Cansdale (1970)George Cansdale: Animals of Bible Lands. Exeter, GB: The Paternoster Press, 1970, Seite 181-184. Dort werden als Rabenvögel Palästinas genannt: corvus frugilegus, als Wintergast, dann corvus monedula, garrulus glandarius, corvus rhipidurus, corvus corone, corvus corax.. Im Hohelied, Kap. 1:5-6[5] Ich bin schwarz, aber gar lieblich, ihr Töchter Jerusalems, wie die Hütten Kedars, wie die Teppiche Salomos. [6] Seht mich nicht an, dass ich so schwarz bin; denn die Sonne hat mich so verbrannt. Meiner Mutter Kinder zürnen mit mir. Sie haben mich zur Hüterin der Weinberge gesetzt; aber meinen eigenen Weinberg habe ich nicht behütet., steht dasselbe Wort für „schwarz“ und bezieht sich auf die Hautfarbe der Geliebten Salomos. Es muss hier zwingend „braun“ bedeuten, denn ihre Lippen sind rot (Hohelied, Kap. 4:3Deine Lippen sind wie eine scharlachfarbene Schnur und deine Rede lieblich. Deine Wangen sind wie der Ritz am Granatapfel zwischen deinen Zöpfen.), wie sie natürlicherweise nur unter Weißen vorkommen. Salomos Körper wird mit Elfenbein verglichen (Hohelied, Kap. 5:14Seine Hände sind wie goldene Ringe, voll Türkise. Sein Leib ist wie reines Elfenbein, mit Saphiren geschmückt ...).

In Klagelieder 4:7Ihre Fürsten waren reiner denn der Schnee und klarer denn Milch; ihre Gestalt war rötlicher denn Korallen; ihr Ansehen war wie Saphir. werden die Fürsten Israels vor der Eroberung Jerusalems als weiß wie Schnee und Milch, und zugleich als rot beschrieben. David, der zum Stamm Juda gehörte, wird in 1. Sam. 16:12Da sandte er hin und ließ ihn holen. Und er war bräunlich, mit schönen Augen und guter Gestalt. Und der HErr sprach: Auf! und salbe ihn; denn der ist's. als rötlich beschrieben (Luther übersetzt inkorrekterweise „bräunlich“). Die Farbe rötlich bezieht sich bei David, wie auch den vorgenannten Fällen, auf die Gesichtsfarbe, das Vermögen zu erröten oder die Haarfarbe. Menschen mit weißen und rötlichen Hautmerkmalen sind Menschen der weißen Rasse, solche mit roten Haaren sind es sowieso: Sie gehören zu den hellsten und empfindlichsten Hauttypen überhaupt. Von Esau wird berichtet (1. Mose 25:25Der erste, der herauskam, war rötlich, ganz rauh wie ein Fell; und sie nannten ihn Esau.), dass er rötlich war, möglicherweise rötlich behaart. Er gehörte damit zur weißen Rasse. Jakob, sein Zwillingsbruder, der der Vater alle zwölf Stämme Israels war, wird dann auch als Weißer einzuordnen gewesen sein.

Adam selbst ist weiß gewesen. In Mickelson's Enhanced Strong's Greek and Hebrew Dictionaries wird die Bedeutung von AdamH120 'adam (aw-dawm') n-m. 1. ruddy i.e. a human being (an individual or the species, mankind, etc.) [from H119]
H119 'adam (aw-dam') v. 1. be (dyed, made) red (ruddy) [to show blood (in the face), i.e. flush or turn rosy]
als rötlich angegeben, im Sinne von rötlichen Haaren oder der Eigenschaft des Rotwerdens im Gesicht. Auch Eva war weiß, denn sie war aus dem Fleisch Adams gemacht. In Lukas 3:23-38[23] Und Jesus war, da er anfing, ungefähr dreißig Jahre alt, und ward gehalten für einen Sohn Josephs, welcher war ein Sohn Elis, [24] der war ein Sohn Matthats, der war ein Sohn Levis, der war ein Sohn Melchis, der war ein Sohn Jannas, der war ein Sohn Josephs, ... [37] der war ein Sohn Methusalahs, der war ein Sohn Henochs, der war ein Sohn Jareds, der war ein Sohn Mahalaleels, der war ein Sohn Kenans, [38] der war ein Sohn des Enos, der war ein Sohn Seths, der war ein Sohn Adams, der war Gottes. wird die leibliche Abstammung Jesu von Maria bis zurück auf Adam demonstriert – Joseph wäre dann der Schwiegersohn Helis. Es spricht aber viel dafür, dass der Heilige Geist einen Embryo an Maria übergeben hatte, siehe Kommentar zu 1. Mose 4:4. In der Charakterisierung des frommen Noah in 1. Mose 6:9Dies ist das Geschlecht Noahs. Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel und führte ein göttliches Leben zu seinen Zeiten ... könnte ein Hinweis über seine reine, adamitische Abstammung enthalten sein: Der Ausdruck „ohne Tadel“ ist eine Übersetzung des hebräischen tamiym (= perfekt, ohne Fehl). Das Adjektiv tamiym wird in der Bibel verwendet, um u. a. die physische Makellosigkeit von Opfertieren zu beschreiben.

Helle Haut und blaue Augen der Hebräer in Ägypten

In Darstellungen der Menschen in Ägypten aus der Zeit, in der die Israeliten dort lebten, findet man zahlreiche hellhäutige, blonde, rothaarige und blauäugige Personen. Der Sklave, links, mit den blauen Augen, ist an der Musterung seiner Kleider als Hebräer zu erkennen. Die Gruppe der Frauen mit blonden und rötlichen Haaren ist deutlich von den Ägypterinnen zu unterscheiden. Die Szene zeigt eine Trauerfeier und ist ein Ausschnitt eines Wandbildes aus dem Grab des Ramose, des Gouverneurs von Theben. Die Zeit der Entstehung des Wandbildes liegt vermutlich im 14. Jahrhundert vor Christus, noch vor dem Auszug der Israeliten aus Ägypten. Nicht wenige Darstellungen jener Epoche lassen Sklaven mit hellen Haaren und andere mit schwarzen Haaren erkennen. Die Aufseher mit Stab jedoch, die Ägypter, haben immer schwarze Haare. Das Schwarz-Weiß-Bild zeigt Sklaven in der Ziegelherstellung.

Helle Haut und blonde Haare bei den Griechen

Viele griechische Statuen tragen Züge eines großen, hellen Menschentyps. Götterstatuen wurden mit goldenem Haar geschmückt. Helle und blonde Menschen waren unter den Hellenen zahlreich, wie antike griechische Dokumente belegen: Zum Beispiel werden beim Dichter Bakchylides, der im 5. Jahrhundert vor Christus lebte, die sportlichen Wettkämpfer von Nemea„In jenen ruhmvollen Spielen nun zu Nemea, gepriesen die Sterblichen,
die mit dem Drittjahrs-Kranze das blonde Haar sich bedecken!“

(Jurenka, H.: Die neugefundenen Lieder des Bakchylides. Wien: Alfred Holder 1898, S. 55)
als blond ausgewiesen. Nemea liegt 35 km südwestlich von Korinth. Auch Sportler aus Athen, wie Eucheires„Eucheires, dass der Musen unsterbliches Kleinod
gemeinsame Freude werde den Menschen,
deine Mannheit kündend den Erdenwallern,
wie herrlich du, ob des Siegs
mit Blumen dein blondes Gelock umwunden,
Ruhm schufest dem weiten Athen, Ruhm auch der Oineiden Stamme
in Poseidons glanzvollen Spielen,
wo den Hellenen du vorgezeigt deiner Füße fliegende Eile.“

(Aus: Jurenka, H.: Die neugefundenen Lieder des Bakchylides. Wien: Alfred Holder 1898, S. 67)
, waren blond. Die Spartaner, die unter den Hellenen wegen ihrer hohen Kultur Ansehen genossen, siehe z. B. XenophonAnd so it is that, just as man differs from man in some excellence, according as he cultivates or neglects to cultivate it, this city of Sparta, with good reason, outshines all other states in virtue; since she, and she alone, as made the attainment of a high standard of noble living a public duty.

(Aus: Xenophon: The Polity of the Lacedaemonians, Kap. 10.)
, hielten sich selbst für Nachfahren Abrahams. Ihre Siegelzeichen waren Adler und Schlange, was auf den Stamm Dan verweist. Diese Israeliten werden u. a. in den Apokryphen von ungefähr 100 v. Chr. genannt (1. Makkabäer 12:5-7;21[5] Und dies ist die Abschrift des Briefs, den Jonatan an die Spartaner schrieb: [6] Der Hohepriester Jonatan und die Ältesten des Volks und die Priester und das jüdische Volk entbieten ihren Brüdern, den Spartanern, ihren Gruß. [7] Schon früher hat euer König Arëus an unsern Hohenpriester Onias geschrieben, dass ihr unsre Brüder seid, wie die Abschrift seines Briefs lautet.

[21] Wir finden in unseren alten Schriften, dass die Spartaner und die Juden Brüder sind, weil beide Vöker von Abraham herkommen.
). Bakchylides erwähnt in seinem Gedicht Idas„IDAS: DEN LAKEDAIMONIERN
Im breitstraßigen Sparta
sangen dereinst solch ein Lied
blonde Lakonermädchen:
Da heim als Gemahl sich führte
das schönarmige Kind
Marpessa im Veilchenkranze
der hochgemuthe Idas, ...“

(Aus: Jurenka, H.: Die neugefundenen Lieder des Bakchylides. Wien: Alfred Holder 1898, S. 147)
die blonden Mädchen von Lakonien. Lakonien bedeutet „Sparta“.

Haut so weiß wie Milch: die Galater

Paulus schrieb einen Brief an die Galater. Galatien lag in Zentralanatolien, im Zentrum der heutigen Türkei, um Ankara herum. Hieronymus (347-420 n. Chr.) besuchte im Jahr 373 in Galatien die Stadt Ancyra und bemerkteGalatas, excepto sermone graeco, quo omnis oriens loquitur, propriam linguam eandem paene habere quam treviros

„Die Galater sprechen neben griechisch, was der gesamte Osten spricht, eine eigene Sprache, die fast identisch ist mit der aus Trier.“

(Aus Hieronymus: Commentarii in epistulam Pauli apostoli ad Galatas)
, dass die Einwohner Galatiens fast genau dieselbe Sprache sprachen, die er in Trier an der Mosel kennengelernt hatte. Diese Galater waren Weiße – Kelten oder Germanen – die aus Nordfrankreich bzw. Mitteleuropa um 277 v. Chr. wieder Richtung Osten, nach Anatolien, gezogen waren. LactantiusDer Report von Lactantius ist über Hieronimus erhalten geblieben:

We will bring forward the sentiments of our Lactantius, which he expressed in words in his third volume to Probus on this subject. The Gauls, he says, were from ancient times called Galatians, from the whiteness of their body ; and thus the Sibyl terms them [terms them = refers to them as such]. And this is what the poet [= Virgil] intended to signify when he said, "Gold collars deck their milk-white necks," when he might have used the word "white." It is plain that from this the province was called Galatia, in which, on their arrival in it, the Gauls united themselves with Greeks, from which circumstance that region was called Gallograecia, and afterwards Galatia. And it is no wonder if he said this concerning the Galatians, and related that a people of the West, having passed over so great a distance in the middle of the earth, settled in a region of the East.

(Aus: Hieronymus: Comment. in ep. ad Galatas, 1. ii., opp. ed. Vallars. viii. I, p. 426.)
(250-320 n. Chr.) berichtet davon. Sie waren also laut Lactantius nicht nur „weiß“, sondern „weiß wie Milch“. Das griechische Wort für Galater, γαλαται, bedeutete damals „weiß wie Milch“; Wortstamm γαλα = Milch (Durham & Goormachtigh 2012Anthony Durham & Michael Goormachtigh: Was Galatian really Celtic? www.proto-english.org/galations.pdf) und findet sich in dieser Bedeutung auch im Namen der griechischen Göttin Galatea, Γαλατεια, von der bei Ovid„O Galateia, so weiß wie das Blatt schneehellen Ligusters,
Blühend und frisch wie die Au, so schlank wie die ragende Erle,
Glänzend wie heller Kristall, schalkhaft wie das hüpfende Böcklein,
Glatt wie von ständigem Meer am Strande gewaschene Muscheln,
Lieblich wie sonniger Schein im Winter, wie Schatten im Sommer,
Edel wie saftiges Obst und schmuck wie die hohe Platane,
Licht wie spiegelndes Eis und süß wie die zeitige Traube,
Weich wie Flaum am Schwan und wie Milch vom Labe geronnen,
Reizend zu sehn, wenn nicht du entfliehst, wie gewässerter Garten!“

(Aus: Publius Ovidius Naso: Metamorphosen: Acis und Galatea)
(43 v. Chr. bis 18 n. Chr.) zu lesen ist: „O Galateia, so weiß wie das Blatt schneehellen Ligusters...“

Helle Haut der Bewohner Galiläas zur Römerzeit

Aus der Stadt Sepphoris (lat. Diocaesarea) in Galiläa sind viele kunstvolle Steinmosaiken erhalten. Sie stammen aus ungefähr der Zeit Jesu. Sepphoris liegt in nördlicher Richtung etwa 8 km von Nazareth entfernt, dem Ort, in dem Jesus Christus aufwuchs. Die beiden Bilder hier zeigen unbekannte Personen in Fußbodenmosaiken aus Villen der Stadt Sepphoris zu jener Zeit. Das Frauenporträt wird „Mona Lisa von Galiläa“ genannt. Alle dargestellten Personen sehen hellhäutig und europid aus.

Gemälde von Holman Hunt

Der englische Maler William Holman Hunt (1827-1910) reiste eigens nach Jerusalem, um herauszufinden, welches Aussehen authentische Hebräer haben, damit er der Figur des Jesus für sein Gemälde The Light of the World ein angemessenes Erscheinungsbild geben konnte. Hunt malte mehrere Versionen. Eins der Gemälde hängt heute in der St. Paul Kathedrale in London. Er fand in Jerusalem (vermutlich im Jahr 1854) nur wenige Nachfahren Jakobs. Sie hatten ein Aussehen wie die ihm bekannten Mittel- und Nordeuropäer (so berichtet im Bible Research Handbook, 1946)This artist ... went to great pains to obtain a correct appreciation of the complexion and facial contour of the true Israelitish Jews. ... Holman Hunt went in person to Jerusalem in order to see for himself the type of the true Jew. ... at that time (1854) there were only a very few Jews in Palestine – in fact, only the merest handful ... The Jews whom the artist saw interviewed were descendants of ancestors who had been dwelling in the Holy Land from time immemorial ... Holman Hunt, supported by the opinion of reliable authorities of his day, satisfied himself that he had found the true Jewish type, and that the Jews of that type were 'fair' – in fact, they were of the classification now known as Nordic and far removed in appearance from the type popularly know as 'Jewish'.

(Aus: Bible Research Handbook. London: The National Message Ltd., 1946)
. Die Figur des Jesus, die Holman Hunt daraufhin malte, hatte blondes oder bräunliches Haar, hellen Hauttyp, eine gerade Nase, schmale Lippen und die Andeutung einer Augenfarbe, die heller als braun oder schwarz ist.

Jesu Haar erscheint in dieser Darstellung recht lang. Männer der jüdischen wie auch der römischen Welt trugen zu Jesu Zeit ihr Haar kurz, Frauen trugen es lang. Paulus bestätigt dies als natürliche Vorgabe (1. Kor. 11:14-15[14] Oder lehrt euch auch nicht die Natur, dass es einem Manne eine Unehre ist, wenn er das Haar lang wachsen lässt, [15] und dem Weibe eine Ehre, wenn sie langes Haar hat? Das Haar ist ihr zur Decke gegeben.). Die langen Haare, die man Jesus und seinen Jüngern in vielen Bildern und Hollywood-Filmen andichtet, entsprechen nicht der Wahrheit; die Bibel würde sie „Weiberhaare“ nennen, vgl. Offenb. 9:6-8[6] Und in den Tagen werden die Menschen den Tod suchen, und nicht finden; werden begehren zu sterben, und der Tod wird vor ihnen fliehen. [7] Und die Heuschrecken sind gleich den Rossen, die zum Kriege bereitet sind; und auf ihrem Haupt wie Kronen, dem Golde gleich, und ihr Antlitz gleich der Menschen Antlitz; [8] und hatten Haare wie Weiberhaare, und ihre Zähne waren wie die der Löwen;. Nur ein Nazarener hätte lange Haare getragen. Jesus war aber kein Nazarener. Judas hätte nicht 30 Silberlinge bekommen, wenn man Jesus an seinen langen Haaren hätte erkennen können. Jesus trug also kurzes Haar wie alle anderen.

Gemälde von Overbeck

Viele Gemälde der vergangenen Jahrhunderte stellen Israeliten als Weiße dar. Es ist zu erwarten, dass die Maler zur Frage des Aussehens der Israeliten den Rat der besten Wissenschaftler ihrer Zeit eingeholt hatten. Die Szene „Der Verkauf Josefs“ stammt aus einem Freskengemälde im Casa Bartholdy in Rom von Friedrich Overbeck (1789-1869) und zeigt Josef mit roten Haaren, den ein orientalischer Händler am Arm wegführt. Das Bild entstand zwischen 1815 und 1817.

Christus mit oder ohne Bart?

Wir sind daran gewöhnt, dass Jesus einen Bart trägt, so wie in obigem Gemälde von Holman Hunt. Die Praxis, Christus mit Bart darzustellen, setzte erst nach und nach im späten 4. Jahrhundert ein. Frühere Darstellungen zeigen ihn bartlos. Rechts sieht man die möglicherweise früheste Porträtierung, ein Ausschnitt aus einer Wandmalerei von etwa 232 n. Chr. (Yale University Art Gallery: Yale-French Excavations at Dura-Europos: 1932), in der Jesus gezeigt wird, wie er den Gichtbrüchigen heilt (healing of the paralytic), siehe links oben. Die Darstellung Jesu als Hirte stammt aus dem Mausoleum der Galla Placida in Ravenna, Italien, aus dem frühen 5. Jahrhundert. Die Frage nach dem Bart mutet natürlich wie eine Bagatelle an und ist nur deshalb ein klein wenig von Interesse, weil Gott, der Vater, wie auch Christus, in biblischen Darstellungen ihrer himmlischen Erscheinung (Daniel 7:9Solches sah ich, bis dass Stühle gesetzt wurden; und der Alte setzte sich. Des Kleid war schneeweiß, und das Haar auf seinem Haupt wie reine Wolle; sein Stuhl war eitel Feuerflammen, und dessen Räder brannten mit Feuer., Offenb. 1:14-15[14] Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie der Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme [15] und seine Füße gleichwie Messing, das im Ofen glüht, und seine Stimme wie großes Wasserrauschen;) nicht als bärtig präsentiert werden, und weil es sein könnte, dass die allgemeine und auch als ehrenhaft empfundene Bärtigkeit der Männer sowie die von manchen Männern und Frauen für eher lästig gehaltene Behaarung an verschiedenen anderen Hautbereichen gar keine Merkmale der ersten, gottesebenbildlichen Geschöpfe waren, sondern Anzeichen der genetischen Verunreinigung durch den Samen der „Schlange“, eines Tieres, sind, siehe z. B. den Kommentar zu 1. Mose 3 oder zu 1. Mose 4. Auch in diesem Zusammenhang mag man unmittelbar vermuten, dass der Jungfrau Maria durch den Heiligen Geist nicht ein männlicher Same übergeben wurde, sondern ein Embryo, ein reiner „Menschensohn“ (hebr.: ben adam = Sohn Adams, vgl. auch den theologisch anspruchsvollen Text hier).