Wenn die weißen Mittel- und Nordeuropäer und ihre Nachfahren tatsächlich Israel sind, dann stellt sich auch die Frage, ob nicht israelitische Sitte und mosaisches Gesetz unter ihnen gelten müsste. Das Neue Testament spricht genau zu diesem Punkt:

Paulus, Petrus und alle Apostel äußern sich einmütig zu den alttestamentlichen Gesetzen

Apostelgeschichte Kapitel 15 handelt von dem Disput, welche Gesetze den neu bekehrten „Heiden“ aufzulegen wären. Es muss hier zunächst noch ein weiteres Mal das vorige Argument geführt werden, dass diese „Heiden“ (von gr. ethnos) allesamt Israeliten waren: Apg. 15:12-17[12] Da schwieg die ganze Menge still und hörte zu Paulus und Barnabas, die da erzählten, wie große Zeichen und Wunder Gott durch sie getan hatte unter den Heiden. [13] Darnach, als sie geschwiegen hatten, antwortete Jakobus und sprach: Ihr Männer, liebe Brüder, höret mir zu! [14] Simon hat erzählt, wie aufs erste Gott heimgesucht hat und angenommen ein Volk aus den Heiden zu seinem Namen. [15] Und damit stimmen der Propheten Reden, wie geschrieben steht: [16] „Darnach will ich wiederkommen und will wieder bauen die Hütte Davids, die zerfallen ist, und ihre Lücken will ich wieder bauen und will sie aufrichten, [17] auf dass, was übrig ist von Menschen, nach dem Herrn frage, dazu alle Heiden, über welche mein Name genannt ist, spricht der Herr, der das alles tut.“ . Die „Heiden“ sind die 10 Stämme Israels, die Gott gemäß diesen Versen zuerst rufen wird, danach wird er die „Hütte Davids“, das Haus Juda, wieder bauen. Gibt es zwei Arten von Heiden, solche Heiden, über welchen Gottes Name genannt ist, und solche, über welchen Gottes Name nicht genannt ist? Nein, nur über seinem Volk Israel ist der Name Gottes genannt. Darum bezieht sich Gott unabweisbar auf Israel, wenn er sagt (V. 17), „was übrig ist von Menschen ... dazu alle Heiden, über welche mein Name genannt ist ... “

Was wird nun diesen christianisierten 10 Stämmen Israels auferlegt: Apg. 15:19-21[19] Darum urteile ich, dass man denen, die aus den Heiden zu Gott sich bekehren, nicht Unruhe mache, [20] sondern schreibe ihnen, dass sie sich enthalten von Unsauberkeit der Abgötter und von Hurerei und vom Erstickten und vom Blut. [21] Denn Mose hat von langen Zeiten her in allen Städten, die ihn predigen, und wird alle Sabbattage in den Schulen gelesen.. Die Forderung der Beschneidung wird fallen gelassen. Dann wird geurteilt, man solle den bekehrten Israeliten wegen der anderen alttestamentlichen Gesetze keine Unruhe machen (Vers 19). Das entspricht genau der Haltung Christi, der die Gesetze hielt, aber die übertriebene Gesetzlichkeit der Pharisäer verurteilte, Matth. 23:23Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr verzehntet die Minze, Dill und Kümmel, und lasst dahinten das Schwerste im Gesetz, nämlich das Gericht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Dies soll man tun und jenes nicht lassen.. Den christianisierten 10 Stämmen Israels wird dann der pauschale Rat gegeben, der vielleicht die Gefahren ihrer damaligen gesellschaftlichen Umgebung aufgreift: sich von der Beschmutzung mit Götzen, von Hurerei, vom Verzehr vom Ersticktem und vom Verzehr von Blut fernzuhalten (Vers 20). Werden damit die anderen Bestimmungen aus Gottes Geboten aufgehoben? Ganz und gar nicht! Das klärt Vers 21. Dort steht etwa: Weitere Paragraphenreiterei hieße, Eulen nach Athen tragen, denn diese Israeliten sind hinlänglich mit dem Gesetz des Moses vertraut: „Denn Mose hat seit alten Zeiten in jeder Stadt seine Verkündiger, weil er ja in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird.“ [Menge-Übersetzung]

Der Tempeldienst ist jetzt aufgehoben

Was verbindet diese Auflagen, die man den neuen Christen unter den Israeliten macht: Beschneidung unnötig; keine Beschmutzung mit Götzenopfer (vermutlich: keine Götzenopferfleisch essen); kein Blut essen; kein Fleisch von erstickten Tieren essen (das Blut ist noch in ihnen); und keine Hurerei? Es geht um zwei Themen: das Fleisch und Blut von Tieren, und Sexualität. Die Verbindung zum Sündenfall drängt sich auf: Eva trieb sexuelle Sünde mit einem Tier (Schlange), wodurch das Blut des Tieres Anteil am gottesebenbildlichen Menschengeschlecht bekam (Kain und seine Nachfahren). Danach aß sie vom verbotenen Baum und gab auch Adam, und er aß, sodass sie sterben mussten, 1. Mose 2:16-17[16] Und Gott der HErr gebot dem Menschen und sprach: Du sollst essen von allerlei Bäumen im Garten; [17] aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon issest, wirst du des Todes sterben..

Abel wusste um die bestialische Sünde im Garten Eden und näherte sich Gott, indem er begleitend Tiere tötete, 1. Mose 4:3-5[3] Es begab sich aber nach etlicher Zeit, dass Kain dem HErrn Opfer brachte von den Früchten des Feldes; [4] und Abel brachte auch von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HErr sah gnädig an Abel und sein Opfer; [3] aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an. Da ergrimmte Kain sehr, und seine Gebärde verstellte sich.. Abel selbst hatte nicht das Blut eines Tieres in sich; er war genetisch das Kind von Adam und Eva. Obwohl in jedem Menschen Göttlichkeit wohnt, ist durch die Vermischung der Linie Kains mit der Linie Seths nach der Sintflut kein Mensch mehr frei vom Blut des Tieres (Apg. 17:26-29[26] Und er hat gemacht, dass von einem Blut aller Menschen Geschlechter auf dem ganzen Erdboden wohnen, und hat Ziel gesetzt und vorgesehen, wie lange und wie weit sie wohnen sollen; [27] dass sie den Herrn suchen sollten, ob sie doch ihn fühlen und finden möchten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns. [28] Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch etliche Poeten bei euch gesagt haben: „Wir sind seines Geschlechts.“ [29] So wir denn göttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht.). Gott kann keine Gemeinschaft mit uns haben, ohne dass in jedem einzelnen Fall Tierblut zur Sühne vergossen wird. Der Tempeldienst in Jerusalem war zu diesem Sühnedienst eingerichtet. Seit Himmelfahrt ist Christus unser Fürsprecher im Himmel und unser vollkommenes Opfer, sodass kein Tieropfer mehr erforderlich ist, solange Christus im Himmel weilt (nicht also während des Tausendjährigen Reichs). Allerdings müssen wir alles, was wir im Angesicht Gottes tun wollen, im Namen Jesu tun (Kol. 3:17Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn.), um Christi Blut für uns jedes Mal neu wirksam zu machen.

Moses Gesetze gelten, nur die Tempelgesetze sind aufgehoben

Wer den Sinn der Tempelgesetze und des Tieropfers nicht kennt, ist geneigt, den Glauben an Christus als Ersatz für alle Gesetze des Alten Testaments anzusehen, im Sinne von: Entweder glauben wir an Christus oder wir befolgen weiterhin die Gesetze, sind dadurch dann aber „vom Glauben“ wieder abgefallen. Diese Entweder-oder-Täuschung führt zu unlösbaren Konflikten und war nie der Apostel Lehre, entspricht auch nicht Christi Worten, war auch nicht die Überzeugung der Reformatoren. Wenn Paulus z. B. in Gal. 2:16... doch weil wir wissen, dass der Mensch durch des Gesetzes Werke nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesum Christum, so glauben wir auch an Christum Jesum, auf dass wir gerecht werden durch den Glauben an Christum und nicht durch des Gesetzes Werke; denn durch des Gesetzeswerke wird kein Fleisch gerecht. erklärt, die Gesetzeswerke würden nicht gerecht machen, also niemanden in den Himmel bringen, dann muss man nachfragen, was denn diese Gesetzeswerke sind? Sind das Halten der 10 Gebote Gesetzeswerke? Ja, sicher sind sie das, und diese Gesetzeswerke können selig machen, wie Christus dem fragenden Jüngling bestätigt, Matth. 19:16-22 [16] Und siehe, einer trat zu ihm und sprach: Guter Meister, was soll ich Gutes tun, dass ich das ewige Leben möge haben? [17] Er aber sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote. [18] Da sprach er zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: „Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; [19] ehre Vater und Mutter;“ und: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ [20] Da sprach der Jüngling zu ihm: Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf; was fehlt mir noch? [21] Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach! [22] Da der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt von ihm, denn er hatte viele Güter. , und darum sind die nicht selig machenden Gesetzeswerke, von denen Paulus spricht (Gal. 2:16... doch weil wir wissen, dass der Mensch durch des Gesetzes Werke nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesum Christum, so glauben wir auch an Christum Jesum, auf dass wir gerecht werden durch den Glauben an Christum und nicht durch des Gesetzes Werke; denn durch des Gesetzeswerke wird kein Fleisch gerecht.) und die er im Namen des Glaubens an Christus aufhebt, ganz andere, nämlich die Opfergesetze. Und deren Praktizierung hat Gott ohnehin für die Zeit, bis Christus wieder auf der Erde Wohnung nimmt, durch Abschaffung des Tempels unmöglich gemacht. Alle anderen Werke aber werden weiter verlangt, zuallererst der Glaube an Gott und and Christus, siehe z. B. Joh. 6:28-29 [28] Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir tun, dass wir Gottes Werke wirken? [29] Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist Gottes Werk, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat..

Christus besteht darauf, dass er die Gesetze nicht abschafft, Matth. 5:17-19 [17] Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. [18] Denn ich sage euch wahrlich: Bis dass Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz, bis dass es alles geschehe. [19] Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.. Niemand will heute wahrhaben, dass er tatsächlich aufrechterhält, dass Kinder, die ihren Eltern fluchen, nach Gottes Gesetz mit dem Tode zu bestrafen seien, siehe Matth. 15:4-9 [4] Gott hat geboten: „Du sollst Vater und Mutter ehren; wer Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben.“ [5] Ihr aber lehret: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: „Es ist Gott gegeben, was dir sollte von mir zu Nutz kommen“, der tut wohl. [6] Damit geschieht es, dass niemand hinfort seinen Vater oder seine Mutter ehrt, und also habt ihr Gottes Gebot aufgehoben um eurer Aufsätze willen. [7] Ihr Heuchler, wohl fein hat Jesaja von euch geweissagt und gesprochen: [8] „Dieses Volk naht sich zu mir mit seinem Munde und ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir; [9] aber vergeblich dienen sie mir, dieweil sie lehren solche Lehren, die nichts denn Menschengebote sind.“. Wenn Christus der Ehebrecherin sagt, dass er sie nicht verurteile (Joh. 8:3-11 [3] Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten ein Weib zu ihm, im Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte dar [4] und sprachen zu ihm: Meister, dies Weib ist ergriffen auf frischer Tat im Ehebruch. [5] Mose aber hat uns im Gesetz geboten, solche zu steinigen; was sagst du? [6] Das sprachen sie aber, ihn zu versuchen, auf dass sie eine Sache wider ihn hätten. Aber Jesus bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. [7] Als sie nun anhielten, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. [8] Und bückte sich wieder nieder und schrieb auf die Erde. [9] Da sie aber das hörten, gingen sie hinaus (von ihrem Gewissen überführt), einer nach dem anderen, von den Ältesten bis zu den Geringsten; und Jesus ward gelassen allein und das Weib in der Mitte stehend. [10] Jesus aber richtete sich auf; und da er niemand sah denn das Weib, sprach er zu ihr: Weib, wo sind sie, deine Verkläger? Hat dich niemand verdammt? [11] Sie aber sprach: Herr, niemand. Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht; gehe hin und sündige hinfort nicht mehr! ), dann will er nicht das mosaische Gesetz ändern, sondern nur zeigen: Christus ist jetzt gekommen, Sünden zu vergeben. Wenn er zum anderen Mal wiederkommt, kommt er als Richter (Hebr. 13:4Die Ehe soll ehrlich gehalten werden bei allen und das Ehebett unbefleckt; die Hurer aber und die Ehebrecher wird Gott richten. ). Luther hat das genauso gesehen. Er sagte, dass eine Frau, die ihren eigenen Sinn hat und nicht mehr mit ihrem Ehemann häuslich zusammenleben will, nach Gottes Recht sterben müsse, und es ein schlimmes Übel sei, dass die Obrigkeit in seiner Zeit nicht mehr nach dieser Regel verfahre. Genausowenig war es für ihn oder seine Zeit- und Glaubensgenossen ein Konflikt, einen gnädigen, vergebenden Gott zu predigen, in der Erziehung der Jugendlichen aber gemäß Sprüche 23:13-14 [13] Lass nicht ab, den Knaben zu züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute haust, so wird man ihn nicht töten. [14] Du haust ihn mit der Rute; aber du errettest seine Seele vom Tod. starke körperliche Züchtigung zu befürworten.

Einige Gebote und gute Regeln, die in Vergessenheit geraten sind

Die alttestamentlichen Regeln außerhalb der suspendierten Opfergesetze sind so zahlreich nicht. Einen besonderen Hinweis verdient in unserer Zeit sicherlich das Gebot zur Feiertagsheiligung. Luther meinte, dass der Sonntag anstatt des Sabbats durchaus in Ordnung geht. In den Zeiten der sehr gesegneten, großen amerikanischen Erweckungen des 19. Jahrhunderts, von denen Charles Finney Bericht gibt, nannten die Christen den Sonntag einfach Sabbat.

Darf man Schweinefleisch essen? Nein, siehe Jes. 65:3-5[3] Ein Volk, das mich entrüstet, ist immer vor meinem Angesicht, opfert in den Gärten und räuchert auf den Ziegelsteinen, [4] sitzt unter den Gräbern und bleibt über Nacht in den Höhlen, fressen Schweinefleisch und haben Gräuelsuppen in ihren Töpfen [5] und sprechen: „Bleibe daheim und rühre mich nicht an; denn ich bin für dich heilig.“ Solche sollen ein Rauch werden in meinem Zorn, ein Feuer, das den ganzen Tag brenne.. Für die europäische Küche sind nur wenige der als unrein gelisteten Tiere käuflich im Angebot (5. Mose 14:1-29[1] Ihr seid Kinder des HErrn, eures Gottes; ihr sollt euch nicht Male stechen noch kahl scheren über den Augen über einem Toten. [2] Denn du bist ein heiliges Volk dem HErrn, deinem Gott; und der HErr hat dich erwählt, dass du sein Eigentum seist, aus allen Völkern, die auf Erden sind. [3] Du sollst keine Gräuel essen. [4] Das sind aber die Tiere, die ihr essen sollt: Ochs, Schaf, Ziege, [5] Hirsch, Reh, Büffel, Steinbock, Gemse, Auerochs und Elen; [6] und alles Tier, das seine Klauen spaltet und wiederkäut, sollt ihr essen. [7] Das sollt ihr aber nicht essen von dem, das wiederkäut, und von dem, das die Klauen spaltet: das Kamel, der Hase und Kaninchen, die wiederkäuen und doch die Klauen nicht spalten, sollen euch unrein sein; [8] das Schwein, ob es wohl die Klauen spaltet, so wiederkäut es doch nicht: es soll euch unrein sein. Ihr Fleisch sollt ihr nicht essen, und ihr Aas sollt ihr nicht anrühren. [9] Das ist, was ihr essen sollt von allem, das in Wassern ist: alles, was Floßfedern [= Flossen] und Schuppen hat, sollt ihr essen. [10] Was aber keine Floßfedern noch Schuppen hat, sollt ihr nicht essen; denn es ist euch unrein. [11] Alle reinen Vögel esset. [12] Das sind sie aber, die ihr nicht essen sollt: der Adler, der Habicht, der Fischaar, [13] der Taucher, der Weih, der Geier mit seiner Art [14] und alle Raben mit ihrer Art, [15] der Strauß, die Nachteule, der Kuckuck, der Sperber mit seiner Art, [16] das Käuzlein, der Uhu, die Fledermaus, [17] die Rohrdommel, der Storch, der Schwan, [18] der Reiher, der Häher mit seiner Art, der Wiedehopf, die Schwalbe. [19] Und alles was Flügel hat und kriecht, soll euch unrein sein, und sollt es nicht essen. ...). Der Verzicht fällt leichter, wenn man die gesundheitlichen Folgen anschaut: Sehr vielen der von der Bibel als unrein deklarierten Fleischarten hat man nachteilige Wirkung für die Gesundheit nachgewiesen, insbesondere auch dem Schweinefleisch. Das Schweinefleischverbot liegt aber in Gottes Heiligkeit begründet und nicht in der Fürsorge für unsere Gesundheit. Das gern als Freibrief benutzte Kapitel 14 des Römerbriefes spricht nichts zu Schweinefleisch, sondern thematisiert die Haltung einiger Christen jener Tage, die glauben, dass eine rein vegetarische Ernährung vor Gott besonders wohlgefällig sei (Röm. 14:2Einer glaubt, er möge allerlei essen; welcher aber schwach ist, der isst Kraut.).

Blutwurst ist aus dem Menü gestrichen (Apg. 15:29... dass ihr euch enthaltet vom Götzenopfer und vom Blut und vom Erstickten und von der Hurerei; so ihr euch vor diesen bewahrt, tut ihr recht. Gehabt euch wohl!).

Sollte man den Zehnten geben? Ja, das ist viel Geld. Wer will, mag es probieren: Es ist Segen verheißen dem, der es praktiziert (Mal. 3:10Bringt mir den Zehnten ganz in mein Kornhaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hierin, spricht der HErr Zebaoth, ob ich euch nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.).

Gott ist ein Trenner. Er wollte jedes Geschöpf nach seiner Art, jede Pflanze nach ihrer Art. Gott trennt auch Völker und Rassen, er ist sogar ein Trenner der Gewebe (5. Mose 22:9-11[9] Du sollst deinen Weinberg nicht mit mancherlei besäen, dass nicht dem Heiligtum verfalle die Fülle, der Same, den du gesät hast, samt dem Ertrage des Weinbergs. [10] Du sollst nicht ackern zugleich mit einem Ochsen und Esel. [11] Du sollst nicht anziehen ein gemengtes Kleid, von Wolle und Leinen zugleich.).

Männer und Frauen sollen sich unterschiedlich kleiden. Man müsste in unserer Gesellschaft darum anmahnen: Christliche Frauen sollten keine Männerkleidung mehr tragen; sie sind dadurch vor Gott disqualifiziert (5. Mose 22:5Ein Weib soll nicht Mannsgewand tragen, und ein Mann soll nicht Weiberkleider antun; denn wer solches tut, der ist dem HErrn, deinem Gott, ein Gräuel.). Die Verletzung der Kleiderordnung wird als Gräuel bezeichnet. In der Bibel ist dieses Wort mit Dingen assoziiert, die Gottes Heiligkeit strikt zuwiderlaufen. Nicht verwunderlich ist darum, dass die Hosenmode für Frauen ästhetisch kein Vorteil ist. Hosen mögen praktisch sein, aber sie werden auch als Zeichen der Emanzipation getragen. Allzu viele Frauen leben zudem in dem Bewusstsein, dass die tägliche Darstellung des Allerwertesten auch eine sexuelle Komponente haben kann. Die gewohneitsmäßige Kokettierung mit dieser Komponente ist für den Glauben an Gott zerstörerisch.

Tätowierungen? Sollen nicht sein (3. Mose 19:28Ihr sollt kein Mal um eines Toten willen an eurem Leibe reißen noch Buchstaben an euch ätzen; denn ich bin der HErr.).

Die bis hier aufgelisteten alttestamentlichen Forderungen sind leicht zu erfüllen, viel leichter als die Worte Christi, der uns sagt, wir sollen Glauben an ihn und an Gott haben, wir sollen täglich unser Kreuz auf uns nehmen (Luk. 9:23-24[23] Da sprach er zu ihnen allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. [24] Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten.), wir sollen beten ohne Unterlass (Luk. 18:1Er legte ihnen dann ein Gleichnis vor, um sie darauf hinzuweisen, dass man allezeit beten müsse und nicht müde darin werden dürfe. [Menge-Übersetzung] ). Die deutlichsten Worte zur Unterordnung der Frau kommen ebenfalls aus dem Neuen Testament: Eph. 5:22-24[22] Die Weiber seien untertan ihren Männern als dem Herrn. [23] Denn der Mann ist des Weibes Haupt, gleichwie auch Christus das Haupt ist der Gemeinde, und er ist seines Leibes Heiland. [24] Aber wie nun die Gemeinde ist Christo untertan, also auch die Weiber ihren Männern in allen Dingen.. „... als dem Herrn“ in Vers 22 bedeutet: Gleichsam wie Gott sollen die Frauen ihren Männern untertan sein.

Die aktuelle systematische Umkehr aller Gebote Gottes

Der Zeitgeist ist raffiniert und subtil. Christen, die nicht von Gottes Wort und Gottes Geist und von Gottesfurcht regiert sind, können der Macht des Zeitgeistes nicht entkommen. Sie tun, wie die Welt tut und merken nicht, dass sie zum Nachfolger des Widersachers Gottes geworden sind.

Gott hat geboten, dass der Mann Herr sei über die Frau. Gott hat geboten, dass die Frau nicht über den Mann herrsche, sondern ihn fürchte. Gott hat empfohlen, dass man in der Erziehung körperliche Züchtigung anwende. Gott hat geboten, dass man schwere Verbrechen mit der Todesstrafe ahnde. Gott hat Ehescheidung und Wiederverheiratung verboten. Gott hat gleichgeschlechtliche Verbindungen verboten. Gott hat vorehelichen Verkehr verboten. Gott hat Frauen Männerkleidung verboten (und umgekehrt). Gott hat Israel die eheliche Verbindung zu Menschen anderer Ethnien verboten. Gott hat verboten, dass Frauen predigen. Gott hat geboten, dass man ihn fürchte. Gott hat geboten, dass man das Böse hasse. Gott hat geboten, dass man ihn liebe – mehr als seine eigene Familie, etc.

Alle diese Anordnungen Gottes werden heute von den meisten Christen als überholter, unchristlicher Humbug angesehen. Statt dessen wird alles, was Gott verboten hat, zur christlichen Pflicht erhoben: dass man Frauen gleiche Rechte gebe wie Männern; dass man Kindern die Freiheit zur eigenen Entwicklung gebe; dass man den Ethnien helfe, die den Gott Israels und seine Kinder hassen; dass man Straftäter nicht mehr strafe; etc. Hierhin passt auch das neue Verhältnis zu Tieren: Wer vegetarisch oder gar vegan isst, meint nicht selten, christlich verantwortlich zu handeln. Angenehm ist, dass man sich mit dieser Haltung in Harmonie mit der nicht-christlichen Welt weiß, die den vegetarischen oder veganen Lebensstil als Klimarettung und höchste Stufe der Moral preist. Obwohl Paulus das vegetarische Essen nicht verurteilt, war das Tieropfer im Alten Testament vorgeschrieben, gleichwohl war auch die Würde der Tiere gewährleistet (Spr. 12:10Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs; aber das Herz der Gottlosen ist unbarmherzig., 5. Mose 25:4Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden., 2. Mose 23:19Die Erstlinge von der ersten Frucht auf deinem Felde sollst du bringen in das Haus des HErrn, deines Gottes. Und sollst das Böcklein nicht kochen in seiner Mutter Milch.). Die Priester mussten Opferfleisch essen. Fleisch und Eier sind in der Ernährung durchaus empfehlenswert, aber es mag sein, dass Gott aus ganz anderen Gründen das Essen von Fleisch eingeführt hat: Die Tierwelt war nach dem Sündenfall vor Gott korrupt geworden (1. Mose 6:11-13[11] Aber die Erde war verderbt vor Gottes Augen und voll Frevels. [12] Da sah Gott auf die Erde, und siehe, sie war verderbt; denn alles Fleisch hatte seinen Weg verderbt auf Erden. [13] Da sprach Gott zu Noah: Alles Fleisches Ende ist vor mich gekommen; denn die Erde ist voll Frevels von ihnen; und siehe da, ich will sie verderben mit der Erde.). Schon Abel, der vor Gott als gerecht galt, betrieb Herdenhaltung und Schlachtung; Kain, der von dem Argen war, opferte Gott Früchte. Gott sah Abels Schlachtopfer mit Wohlgefallen an, 1. Mose 4:3-5[3] Es begab sich aber nach etlicher Zeit, dass Kain dem HErrn Opfer brachte von den Früchten des Feldes; [4] und Abel brachte auch von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HErr sah gnädig an Abel und sein Opfer; [5] aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an. Da ergrimmte Kain sehr, und seine Gebärde verstellte sich.. Das alles hat Gründe, die mit dem Sündenfall zu tun haben, vgl. Kommentar zu 1. Mose 4:4. Dass der Zeitgeist, der alle Ordnungen Gottes lächerlich macht, Fleischessen schlechtredet, ist konsequent.