Wenn die weißen Mittel- und Nordeuropäer und ihre Nachfahren tatsächlich Israel sind, dann stellt sich auch die Frage, ob nicht israelitische Sitte und mosaisches Gesetz unter ihnen gelten müsste. Das Neue Testament spricht genau zu diesem Punkt:

Paulus, Petrus und alle Apostel schaffen für das zerstreute Haus Israel die Tempelgesetze ab

Apostelgeschichte Kapitel 15 handelt von dem Disput, welche Gesetze den neu bekehrten „Heiden“ aufzulegen wären. Es muss hier zunächst noch ein weiteres Mal das vorige Argument geführt werden, dass diese „Heiden“ (von gr. ethnos) allesamt Israeliten waren: Apg. 15:12-17[12] Da schwieg die ganze Menge still und hörte zu Paulus und Barnabas, die da erzählten, wie große Zeichen und Wunder Gott durch sie getan hatte unter den Heiden. [13] Darnach, als sie geschwiegen hatten, antwortete Jakobus und sprach: Ihr Männer, liebe Brüder, höret mir zu! [14] Simon hat erzählt, wie aufs erste Gott heimgesucht hat und angenommen ein Volk aus den Heiden zu seinem Namen. [15] Und damit stimmen der Propheten Reden, wie geschrieben steht: [16] „Darnach will ich wiederkommen und will wieder bauen die Hütte Davids, die zerfallen ist, und ihre Lücken will ich wieder bauen und will sie aufrichten, [17] auf dass, was übrig ist von Menschen, nach dem Herrn frage, dazu alle Heiden, über welche mein Name genannt ist, spricht der Herr, der das alles tut.“ . Die „Heiden“ sind die 10 Stämme Israels, die Gott gemäß diesen Versen zuerst rufen wird, danach wird er die „Hütte Davids“, das Haus Juda, wieder bauen. Gibt es zwei Arten von Heiden, solche Heiden, über welchen Gottes Name genannt ist, und solche, über welchen Gottes Name nicht genannt ist? Nein, nur über seinem Volk Israel ist der Name Gottes genannt. Darum bezieht sich Gott unabweisbar auf Israel, wenn er sagt (V. 17), „was übrig ist von Menschen ... dazu alle Heiden, über welche mein Name genannt ist ... “ Nur diesen Israeliten in der Diaspora war auch das Gesetz des Mose bekannt; es wurde ihnen regelmäßig gelesen, wie Apg. 15:21 bestätigt: „Denn Mose hat seit alten Zeiten in jeder Stadt seine Verkündiger, weil er ja in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird.“ [Menge-Übersetzung] Was wird nun diesen christianisierten, mit dem Gesetz des Mose vertrauten 10 Stämmen Israels auferlegt: Keine Beschneidung (vgl. V. 5), und dann V.29: „dass ihr euch enthaltet vom Götzenopfer und vom Blut und vom Erstickten und von der Hurerei ...“

Der Tempeldienst greift ins Zentrum des Sündenfalls

Was verbindet diese Auflagen, die man den neuen Christen unter den Israeliten macht: Beschneidung unnötig, kein Götzenopfer, genauer: keine Götzenopferfleisch essen, kein Blut essen, kein Fleisch von erstickten Tieren essen (das Blut ist noch in ihnen) und keine Hurerei? Es geht nur um zwei Themen: das Blut von Tieren, und Sexualität. Die Verbindung zum Sündenfall drängt sich auf: Eva trieb sexuelle Sünde mit einem Tier (Schlange), wodurch das Blut des Tieres Anteil am gottesebenbildlichen Menschengeschlecht bekam (Kain und seine Nachfahren). Danach aß sie vom verbotenen Baum und gab auch Adam, und er aß, sodass sie sterben mussten, 1. Mose 2:16-17[16] Und Gott der HErr gebot dem Menschen und sprach: Du sollst essen von allerlei Bäumen im Garten; [17] aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon issest, wirst du des Todes sterben..

Abel wusste um die bestialische Sünde im Garten Eden und näherte sich Gott, indem er begleitend Tiere tötete, 1. Mose 4:3-5[3] Es begab sich aber nach etlicher Zeit, dass Kain dem HErrn Opfer brachte von den Früchten des Feldes; [4] und Abel brachte auch von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HErr sah gnädig an Abel und sein Opfer; [3] aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an. Da ergrimmte Kain sehr, und seine Gebärde verstellte sich.. Abel selbst hatte nicht das Blut eines Tieres in sich; er war genetisch das Kind von Adam und Eva. Obwohl in jedem Menschen Göttlichkeit wohnt, war durch die Vermischung der Linie Kains mit der Linie Seths nach der Sintflut kein Mensch mehr frei vom Blut des Tieres (Apg. 17:26-29[26] Und er hat gemacht, dass von einem Blut aller Menschen Geschlechter auf dem ganzen Erdboden wohnen, und hat Ziel gesetzt und vorgesehen, wie lange und wie weit sie wohnen sollen; [27] dass sie den Herrn suchen sollten, ob sie doch ihn fühlen und finden möchten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns. [28] Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch etliche Poeten bei euch gesagt haben: „Wir sind seines Geschlechts.“ [29] So wir denn göttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht.). Gott kann keine Gemeinschaft mit dem Bösen haben, ohne dass in jedem einzelnen Fall Tierblut zur Sühne vergossen wird. Der Tempeldienst in Jerusalem war zu diesem Sühnedienst eingerichtet. Seit Himmelfahrt ist Christus unser Fürsprecher im Himmel und unser vollkommenes Opfer, sodass kein Tieropfer mehr erforderlich ist, solange Christus im Himmel weilt (nicht also während des Tausendjährigen Reichs). Allerdings müssen wir alles, was wir im Angesicht Gottes tun wollen, im Namen Jesu tun (Kol. 3:17Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn.), um Christi Blut für uns jedes Mal neu wirksam zu machen. Die Gabe von Christi Opfertod, die uns heiligt (1. Kor. 7:14Denn der ungläubige Mann ist geheiligt durchs Weib, und das ungläubige Weib ist geheiligt durch den Mann. Sonst wären eure Kinder unrein; nun aber sind sie heilig.), die Gabe des Heiligen Geistes und andere Gaben (Mark. 16:17-18[17] Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: in meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, [18] Schlangen vertreiben; und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird’s ihnen nicht schaden; auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden.) sind so hoch angesiedelt, dass der geringste Christ besser dasteht als der größte Vertreter des Alten Bundes (Matth. 11:11Wahrlich ich sage euch: Unter allen, die von Weibern geboren sind, ist nicht aufgekommen, der größer sei denn Johannes der Täufer; der aber der Kleinste ist im Himmelreich, ist größer denn er.).

Moses Gesetze gelten, nur die Tempelgesetze sind aufgehoben

Wer den Sinn der Tempelgesetze und des Tieropfers nicht versteht, ist geneigt, den Glauben an Christus als Ersatz für alle Gesetze des Alten Testaments anzusehen, im Sinne von: Entweder glauben wir an Christus oder wir befolgen weiterhin die Gesetze, sind dadurch dann aber „vom Glauben“ wieder abgefallen. Diese Entweder-oder-Täuschung führt zu unlösbaren Konflikten und war nie der Apostel Lehre, entspricht auch nicht Christi Worten, war auch nicht die Überzeugung der Reformatoren. Wenn Paulus z. B. in Gal. 2:16... doch weil wir wissen, dass der Mensch durch des Gesetzes Werke nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesum Christum, so glauben wir auch an Christum Jesum, auf dass wir gerecht werden durch den Glauben an Christum und nicht durch des Gesetzes Werke; denn durch des Gesetzeswerke wird kein Fleisch gerecht. erklärt, die Gesetzeswerke würden nicht gerecht machen, also niemanden in den Himmel bringen, dann muss man genau nachfragen, was denn diese Gesetzeswerke sind? Sind das Halten der 10 Gebote Gesetzeswerke? Ja, sicher sind sie das, und diese Gesetzeswerke können selig machen, wie Christus dem fragenden Jüngling bestätigt, Matth. 19:16-22 [16] Und siehe, einer trat zu ihm und sprach: Guter Meister, was soll ich Gutes tun, dass ich das ewige Leben möge haben? [17] Er aber sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote. [18] Da sprach er zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: „Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; [19] ehre Vater und Mutter;“ und: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ [20] Da sprach der Jüngling zu ihm: Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf; was fehlt mir noch? [21] Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach! [22] Da der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt von ihm, denn er hatte viele Güter. , und darum sind die nicht selig machenden Gesetzeswerke, von denen Paulus spricht (Gal. 2:16... doch weil wir wissen, dass der Mensch durch des Gesetzes Werke nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesum Christum, so glauben wir auch an Christum Jesum, auf dass wir gerecht werden durch den Glauben an Christum und nicht durch des Gesetzes Werke; denn durch des Gesetzeswerke wird kein Fleisch gerecht.) und die er im Namen des Glaubens an Christus aufhebt, ganz andere, nämlich die Opfergesetze. Und deren Praktizierung hat Gott ohnehin für die Zeit, bis Christus wieder auf der Erde Wohnung nimmt, durch Abschaffung des Tempels unmöglich gemacht. Alle anderen Werke aber werden weiter verlangt, zuallererst der Glaube an Gott und and Christus, siehe z. B. Joh. 6:28-29 [28] Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir tun, dass wir Gottes Werke wirken? [29] Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist Gottes Werk, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat..

Christus besteht darauf, dass er die Gesetze nicht abschafft, Matth. 5:17-19 [17] Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. [18] Denn ich sage euch wahrlich: Bis dass Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz, bis dass es alles geschehe. [19] Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.. Niemand will heute wahrhaben, dass er tatsächlich aufrechterhält, dass Kinder, die ihren Eltern fluchen, nach Gottes Gesetz mit dem Tode zu bestrafen seien, siehe Matth. 15:4-9 [4] Gott hat geboten: „Du sollst Vater und Mutter ehren; wer Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben.“ [5] Ihr aber lehret: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: „Es ist Gott gegeben, was dir sollte von mir zu Nutz kommen“, der tut wohl. [6] Damit geschieht es, dass niemand hinfort seinen Vater oder seine Mutter ehrt, und also habt ihr Gottes Gebot aufgehoben um eurer Aufsätze willen. [7] Ihr Heuchler, wohl fein hat Jesaja von euch geweissagt und gesprochen: [8] „Dieses Volk naht sich zu mir mit seinem Munde und ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir; [9] aber vergeblich dienen sie mir, dieweil sie lehren solche Lehren, die nichts denn Menschengebote sind.“. Wenn Christus der Ehebrecherin sagt, dass er sie nicht verurteile (Joh. 8:3-11 [3] Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten ein Weib zu ihm, im Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte dar [4] und sprachen zu ihm: Meister, dies Weib ist ergriffen auf frischer Tat im Ehebruch. [5] Mose aber hat uns im Gesetz geboten, solche zu steinigen; was sagst du? [6] Das sprachen sie aber, ihn zu versuchen, auf dass sie eine Sache wider ihn hätten. Aber Jesus bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. [7] Als sie nun anhielten, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. [8] Und bückte sich wieder nieder und schrieb auf die Erde. [9] Da sie aber das hörten, gingen sie hinaus (von ihrem Gewissen überführt), einer nach dem anderen, von den Ältesten bis zu den Geringsten; und Jesus ward gelassen allein und das Weib in der Mitte stehend. [10] Jesus aber richtete sich auf; und da er niemand sah denn das Weib, sprach er zu ihr: Weib, wo sind sie, deine Verkläger? Hat dich niemand verdammt? [11] Sie aber sprach: Herr, niemand. Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht; gehe hin und sündige hinfort nicht mehr! ), dann will er nicht das mosaische Gesetz ändern, sondern nur zeigen: Christus ist jetzt gekommen, Sünden zu vergeben. Wenn er zum anderen Mal wiederkommt, kommt er als Richter (Hebr. 13:4Die Ehe soll ehrlich gehalten werden bei allen und das Ehebett unbefleckt; die Hurer aber und die Ehebrecher wird Gott richten. ). Luther hat das genauso gesehen. Er sagte, dass eine Frau, die ihren eigenen Sinn hat und nicht mehr mit ihrem Ehemann häuslich zusammenleben will, nach Gottes Recht sterben müsse, und es ein schlimmes Übel sei, dass die Obrigkeit in seiner Zeit nicht mehr nach dieser Regel verfahre. Genausowenig war es für ihn oder seine Zeit- und Glaubensgenossen ein Konflikt, einen gnädigen, vergebenden Gott zu predigen, in der Erziehung der Jugendlichen aber gemäß Sprüche 23:13-14 [13] Lass nicht ab, den Knaben zu züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute haust, so wird man ihn nicht töten. [14] Du haust ihn mit der Rute; aber du errettest seine Seele vom Tod. starke körperliche Züchtigung zu befürworten.

Einige Gebote und gute Regeln, die in Vergessenheit geraten sind

Nur noch wenige Menschen achten auf Gottes Gebote. Die alttestamentlichen Regeln außerhalb der suspendierten Opfergesetze sind so zahlreich nicht. Besonderes Augenmerk verdient in unserer Zeit sicherlich das Gebot zur Feiertagsheiligung. Luther meinte, dass der Sonntag anstatt des Sabbats durchaus in Ordnung geht. Interessant ist, dass in den Zeiten der sehr gesegneten, großen amerikanischen Erweckungen des 19. Jahrhunderts, von denen Charles Finney Bericht gibt, die Christen den Sonntag einfach Sabbat nannten.

Darf man Schweinefleisch essen? Für die europäische Küche sind nur wenige der als unrein gelisteten Tiere käuflich im Angebot. Die Entscheidung wird leicht, wenn man die gesundheitlichen Folgen anschaut: Schweinefleisch hat nachteilige Wirkung; Garnelen sind echte Cholesterin-Schwergewichte.

Sollte man den Zehnten geben? Ja, das ist viel Geld. Wer will, kann es probieren: Es soll Segen darauf liegen (Mal. 3:10Bringt mir den Zehnten ganz in mein Kornhaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hierin, spricht der HErr Zebaoth, ob ich euch nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.).

Gott ist ein Trenner. Er wollte jedes Geschöpf nach seiner Art, jede Pflanze nach ihrer Art. Gott trennt auch Völker und Rassen, ja er ist sogar ein Trenner der Gewebe (5. Mose 22:9-11 [9] Du sollst deinen Weinberg nicht mit mancherlei besäen, dass nicht dem Heiligtum verfalle die Fülle, der Same, den du gesät hast, samt dem Ertrage des Weinbergs. [10] Du sollst nicht ackern zugleich mit einem Ochsen und Esel. [11] Du sollst nicht anziehen ein gemengtes Kleid, von Wolle und Leinen zugleich.).

Tätowierungen? Sollen nicht sein (3. Mose 19:28Ihr sollt kein Mal um eines Toten willen an eurem Leibe reißen noch Buchstaben an euch ätzen; denn ich bin der HErr.).

All diese Regeln sind nicht schwer zu beachten. Schwer hingegen sind die „Gesetze“ Christi, z. B. täglich sein Kreuz auf sich zu nehmen (Luk. 9:23-24 [23] Da sprach er zu ihnen allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. [24] Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten. ) oder zu beten ohne Unterlass (Luk. 18:1Er legte ihnen dann ein Gleichnis vor, um sie darauf hinzuweisen, dass man allezeit beten müsse und nicht müde darin werden dürfe. [Menge-Übersetzung] ).